00:00:00:
00:00:18: Hallo und herzlich willkommen!
00:00:20: Ihr hört den Podcast der Diaspora Juice.
00:00:23: Und zwar mit einem Experiment, für mich ein Experiment es ist ein Live Podcast, eine Live-Aufnahme.
00:00:33: Eine Lesung mit dem Autor Tomer Dotan-Dreyfus, der Ende Oktober 2025 in Leipzig gelesen hat und wir uns zwischen den Lesestellen unterhalten haben.
00:00:48: Das war für mich das erste Mal dass der Podcast vor einem Publikum aufgenommen wird und vielleicht wart ihr dabei?
00:00:55: Vielleicht habt ihr es verpasst und könnt jetzt nochmal oder zum ersten Mal hören.
00:01:02: Es gibt Stellen aus dem Buch "Keinheimisch", die Stellen wurden von ihm selbst gelesen logischerweise und wir dürfen das mit der freundlichen Genehmigung vom Ullstein Verlag in diesem Podcast verwenden.
00:01:17: Vielen Dank an dieser Stelle dafür!
00:01:20: Und es geht los...es wird gut,
00:01:22: Es wird
00:01:23: heavy.
00:01:24: Ich wünsche euch ein gutes Zuhören.
00:01:25: Der Diaspora Juice ist ein Podcast mit jüdischen und nicht jüdischem Perspektiven, wo wir über Themen wie Identität, Migrationpolitik und was auch immer sprechen.
00:01:37: Die Live Show heute ist möglich weil wir in Räumen von Radio Blau sein können, dank Radio Blau.
00:01:45: Und auch vielen Dank an Perspectives, einen Verein der ganz viel Empowerment und diskriminierungkritische Arbeit macht und in Grünau, Leipzig-Grünau zu Hause ist.
00:02:00: Ich bin aufgeregt, ich bin sehr aufgereght.
00:02:03: Schön dass ihr da seid als echtes Publikum.
00:02:06: Danke!
00:02:07: Und hallo an alle die uns jetzt im Radio zuhören.
00:02:12: Ihr habt es vielleicht schon in der Einladung gesehen.
00:02:14: Tomer ist heute zu Gast
00:02:16: und schön,
00:02:17: dass du
00:02:18: da bist.
00:02:22: Ich bin ein Autor, glaube ich.
00:02:27: So zwei Bücher sind schon raus?
00:02:29: Drei eigentlich!
00:02:30: Aber das erste muss man nicht lesen... Ich habe in Masterarbeit zum Buchstaben "O" geschrieben.
00:02:38: Das ist eine
00:02:38: schlechte Werbung wenn du sagst, ich hab einen Buch rausgebracht, ihr müsst es nicht lesen.
00:02:43: Ja, vielleicht soll ich das nicht tun aber das ist einfach ein akademisches Buch und ich vermute dass Leute die zu einer Veranstaltung mit dem letzten Buch, nämlich "Keinheimisch" kommen, werden vielleicht ein akademisches Buch zum Buchstaben O Anders finden?
00:03:02: Ist das egal.
00:03:03: Aber vielleicht soll ich auch nichts so
00:03:07: annehmen... Hey!
00:03:09: Wir werden heute wie du sagst über das Buch sprechen dass dieses Jahr vor einem Monat herausgekommen ist.
00:03:17: Keinheimisch. Kindheit in Israel, Leben in Deutschland.
00:03:19: wir werden aber auch, hoffe ich über dein Roman Sprechen, Birobidschan.
00:03:24: Das ... ... dass es im Jahr 2024 rausgekommen ist bei Voland & Quist
00:03:31: Wir sprechen über Jüdischkeit und über ... Wir wissen noch nicht worüber wir sprechen werden, weil das kommt gleich noch.
00:03:41: Aber ich glaube, wir sprechen auch ... Darüber, was unsere Identitäten sein könnten.
00:03:47: Was sich zu Hause fühlen oder heimisch einheimisch fühlen seien könnte.
00:03:51: wir sprechen darüber angesichts dessen was gerade passiert.
00:03:56: Wir sprechen darüber als wir als jüdische Körper die auch Genozid und Trauma in uns tragen durch das was unsere Großeltern erlebt haben, als Zeug:innen dessen, was in der Welt passiert.
00:04:15: Wir sprechen auch darüber wie Sprechen geht?
00:04:20: Wie Fragen stellen geht und zuhören geht?
00:04:22: Wir sprechen angesichts des Todes, wir sprechen angesicht des Genozids, wir reden angesichts dieses Waffenstillstands, der nicht eingehalten wird von Israel... Ich glaube ich habe viel Wut in mir!
00:04:42: Ich hab viel Wut und ich habe viele Fragen.
00:04:45: Okay!
00:04:46: Und ich freu mich, dass du da bist... ...und ich freue mich, das wir über Dinge reden
00:04:50: können.
00:04:52: Super!
00:04:53: All right!
00:04:54: Lass uns das tun?
00:04:56: Ja lass uns das
00:04:56: tun.
00:04:57: Es gibt eine Frage die ich viel in am Anfang stelle.. ..und ich würde sie dich auch fragen was ist deine Jüdischkeit für Dich?
00:05:06: Ach ganz easy anfangen.
00:05:10: Ein ganzes Buch hast du dazu geschrieben.
00:05:13: Ne, gut also ich werde kurz etwas über Birobidschanan sagen.
00:05:18: Der Roman geht um eine jüdische Stadt in Sibirien.
00:05:23: Es war ein Projekt der der in echt nicht gelungen war In dem Sinne dass dort kaum Juden mehr gibt heute.
00:05:33: Aber ich habe einen Roman geschrieben über diesen Ort als wäre dieses Experiment gelungen Und die Handlung ist so ungefähr heute oder vor zehn Jahren.
00:05:42: Aber das ist eine sozialistische jüdische Stadtstätte in Sibirien und wenn man das liest, es ist ja klar dass es um einer jüdischen Städte geht aber es ist nicht ganz klar wenn man daran denkt warum?
00:06:00: Also da sind Leute Gläubige sind, Leute die nicht gläubig sind.
00:06:06: Leute die keine Beschneidung machen Menschen die Weihnachten feiern.
00:06:12: So was macht diese Leute eigentlich zu jüdisch außer dass der Erzähler oder der Autor sagt das sie jüdische sind?
00:06:22: Eigentlich nichts.
00:06:24: Das ist auch vielleicht für mich, dass das Jüdischsein in Anführungszeichen oder nicht an der Anführung des Zeichens ist, dass irgendeine Entscheidung von einer anderen.
00:06:35: Und jetzt muss ich mich dazu irgendwie verhalten und positionieren.
00:06:38: Vielleicht im Kern des Jüdischeins.
00:06:40: für mich ist diese Frage was das bedeutet?
00:06:43: Es sind ein bisschen Meta-Meta-Meta aber gut es ist auch nicht schlimm Aber ich führ das zurück in kein Heimisch, in diesem Buch auf dem zweiten Geburt von den Zen-Geboten.
00:06:58: Nämlich dass man soll keinen Bild von Gott machen.
00:07:03: und was das bedeutet eigentlich im Gegensatz zu anderen Religionen oder Glauben die doch ein Bild haben oder mehrere ist es.
00:07:13: diese Image von Gott bleibt interpretierbar.
00:07:18: Und dadurch bleibt alles eigentlich interpretierber, also wir können eine Stelle lesen aus dem Bibel und es entweder wortwörtlich verstehen oder als Metaphe vor etwas oder als Philosophie verstehen gibt's unendlich viele Möglichkeiten genau und das ist für mich dieses Gespräch die daraus entsteht für mich das, dass jüdisch sein.
00:07:41: Ja man kann manchmal hören so zum Beispiel Juden glauben nicht an Paradies und eine Höhle ja?
00:07:48: Das stimmt nicht!
00:07:49: Manche doch ne?
00:07:51: Und manche nicht.
00:07:52: oder Jüden glauben dann einem Gott sogar.
00:07:56: Das stimmt auch nicht!
00:07:57: Nicht alle glauben an diesem Gott.
00:07:59: Ja...das kann alles sein.
00:08:03: Und wenn ich deine Jüdigkeit als diesen Prozess von Dialoghaftigkeit und Fragen, Gespräche.
00:08:14: Und das Prozesshafte darin eigentlich im Vordergrund rücken würde?
00:08:21: Könnte man ja auch behaupten, dass sich das an bestimmten Stationen greifen lässt oder sichtbar machen lässt.
00:08:28: Zum Beispiel hast du in deiner Geschichte eine Migration erlebt.
00:08:32: Du bist irgendwann nach Berlin gekommen.
00:08:34: Ja, also ich glaube, das sind Ähnlichkeiten.
00:08:39: Aber es ist nicht unbedingt damit verknüpft.
00:08:41: Vielleicht könnte man sagen dass weil ich aus Israel nach Deutschland gewandert habe diese Migration hat es mir möglich die Identität zu sehen und zu untersuchen für mich sozusagen Weil.
00:08:58: in Israel habe ich das Gefühl Ich könnte nicht wirklich jüdisch sein weil diese Identität dort ist so selbstverständlich, und das ist schon in Anführungszeichen.
00:09:10: Es ist so Selbstverständlich dass es gibt keinen Grund überhaupt irgendwo reinzuläsen was das bedeutet oder was das bedeuten kann.
00:09:20: Und erst hier plötzlich und auch weil dieser Identität in Deutschland so hyperpolitisiert ist, ist man damit konfrontiert.
00:09:28: ja also ich bin jüdisch egal was sich daran denke.
00:09:32: das bin ich halt gesellschaftlich auch gesehen und das bedeutet etwas.
00:09:37: Und hier plötzlich öffnet sich die Tür, so zu fragen auch was das bedeutet?
00:09:43: Okay ich erzähl mal was von mir!
00:09:46: Ich habe ganz viele Jahre mich immer gefragt wie ist es wohl jüdische israeli zu sein.
00:09:55: Ich hab das manchmal beneidet und manchmal hat es mich sehr abgeschreckt.
00:10:03: Oder ich, okay.
00:10:06: Jüdisch sein?
00:10:06: Diaspora in Belarus und Deutschland ist was ganz anderes als Israel oder Israel-Palästine.
00:10:13: Und ich habe immer gedacht diese Suche nach ... Wie bin ich?
00:10:18: Was ist meine Judischgeld?
00:10:20: Die findet überall in der Diasbauer ganz anders statt.
00:10:23: Ja also ich war einmal in einer Konferenz an der Freien Universität Berlin und dort hat ein Professor für jüdische Studien gesprochen, ich werde seinen Namen gerade nicht sagen.
00:10:37: Aber in der Pause haben wir so kurz gesprochen und er hat mir gesagt... Er ist auch ursprünglich aus Israel aber wohnt seit ganz viele Jahren nicht mehr da.
00:10:49: Und er hat mich gesagt weißt du israelisches Judentum ist protestantisches Judemptum im Endeffekt?
00:10:55: Und ich habe es so in dem Moment gar nicht verstanden und dachte er provoziert nur, aber inzwischen verstehe ich schon ein bisschen was er damit meinte.
00:11:03: Aber jetzt musst du mir erklären, was Protestante da drin ist?
00:11:06: Also erstmal der Nationalstaat ersetzt auf eine Art und Weise die Religion.
00:11:16: Und das ist auch diese Umkehr im Protestantismus wenn man die Bibel auch übersetzt in den Nationalsprachen oder in den Sprachen der verschiedenen Staaten.
00:11:28: Und auch dadurch, aber nicht nur dadurch wird so der Staat zu etwas Repräsentatives von Gott auf die Erde.
00:11:42: Das ist auch sogar bei Luther zu sehen.
00:11:46: Das wird jetzt nicht
00:11:47: die beste Referenz um ehrlich zu sein?
00:11:53: Ja ich sucht nicht nach
00:11:54: Luther-Referenzen...
00:11:57: Das ist eins.
00:11:59: Und dann zweitens, es macht etwas mit der jüdischen Identität.
00:12:05: Es macht das irgendwie träglicher...
00:12:09: Für wen?
00:12:11: Ja für die Leute, die das tragen mussten!
00:12:13: Es ist nicht so einfach in einem Format von Nationalstadt und anderen jüdisch zu sein.
00:12:20: Ich sage von anderen ist auch in Anfanges Zeichen, weil es gibt immer diese Behauptung wir gehören alle zu der Gesellschaft und so weiter und sofort.
00:12:30: ich bin mir nicht sicher und ich bin mich auch nicht sicher dass das eine gute Taktik in diesem Gespräch.
00:12:42: Das steht übrigens auch im Buch glaube.
00:12:48: Ich rede gerade ein bisschen noch soziativ, aber... Go for it!
00:12:52: Es gibt einen Ansatz in dem Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland zu sagen man soll Juden nicht hassen weil sie genauso wie wir sind.
00:13:02: Ja schreibst du?
00:13:03: Sie machen Kunst, die machen Philosophie Sie sehen aus genauso wie wir und so weiter.
00:13:14: Und ich würde sagen, naja man soll uns nicht hassen auch wenn wir nicht genau so wie die Deutschen sind.
00:13:23: Ich sehe immer noch zum Beispiel ... ... ist ein Flugzeug aus Brüssel glaube ich oder Antwerp in Frankfurt gelandet Und auf diese Flugzeug gab ein orthodoxer Jude, der verweigert hatte.
00:13:40: Damals mussten er noch die Masken tragen und er hat verweigerte Maske zu tragen und Lufthansa haben alle orthodoxen Juden aus dem Flugzeug herausgeholt und in den Flughafen angehalten Obwohl sie gar nicht miteinander verbunden waren.
00:13:59: auf irgendeiner Art und Weise Also solche Sachen vor Urteile gegen jüdische Menschen, die nicht so sehen wie die Mehrheitsgesellschaft zum Beispiel orthodoxen Juden oder jüdischen Menschen, der nicht für die mehrheitsgesellschaft angenehme Meinungen vertreten.
00:14:19: Wie antizionistische Juden zB.
00:14:22: Das gibt es noch und das ist dank eines bestimmten Ansatzes in einem Kampf gegen Antisemitismus,
00:14:31: denn ich
00:14:33: bezweifle.
00:14:34: Es gibt ein Bild von Juden, dass es braucht und alles was daraus fällt... Und jetzt ist die Frage nicht jüdisch genug oder sind das dann schlechte Juden?
00:14:48: Also was sind wir dann in unserer Diversität und Vielstimmigkeit und tatsächlich ... nicht dem Einstereotyp oder nicht der Einposition entsprechen, die auch eine Frage für wen gerade praktisch nützlich ist.
00:15:07: Ja wir sind ein Problem für die Nationalstaatslogik glaube ich.
00:15:12: also ich glaub das ist eine Logik, die die Welt gerne teilen möchte kategorisieren möchte und wir passen da nicht rein in diese Logik.
00:15:30: Also es gibt zum Beispiel diese Fast-Obsession mit jüdischer Sichtbarkeit in Deutschland.
00:15:37: Ich weiß nicht, was jüdische Sichtbarigkeit ist.
00:15:40: Guck uns an!
00:15:43: Na ja natürlich die meinen okay fähig zu sein mit Keeper auf der Straße zu gehen.
00:15:49: ich kenne kaum Menschen, die mit Kippa auf der Straße gehen.
00:15:54: Nicht nur weil sie Angst davor haben sondern weil sie tragen es halt nicht.
00:15:59: und andererseits, die wirklich sichtbar sind, die orthodoxen Juden, die es nicht viel in Berlin gibt aber die gibt es irgendwie.
00:16:08: die Debatte spricht sie vorbei.
00:16:10: kann man das so sagen?
00:16:12: sieht sie nicht?
00:16:14: was heißt dann jüdische Sichtbarkeit wenn man eine palästina kipper trägt?
00:16:21: Ist das jüdische Sichtbarkeit oder ist es eine andere Sichtbarheit?
00:16:25: Und wenn eine andere, dann was unterscheidet das von einer Kippa mit der israelischen Pfanne drauf.
00:16:31: Das ist auch eine politische Äußerung und eine ideologische Fashion-Choice
00:16:39: Aber genau darum geht es ja auch.
00:16:41: Warum sind wir nicht miteinander einverstanden?
00:16:43: Warum ist für einige von uns das Leben der Diaspora wichtig, warum vertreten andere nationalstaatliche Positionen?
00:16:52: Genau das ist die Vielfalt von Meinungen.
00:16:54: manche davon halte ich für faschistisch und nicht okay und vielleicht brauchen sie nicht so viel Raum in der Öffentlichkeit aber zumindest ist es eine Meinung mit der ich erst mal arbeiten kann und wo ich, glaube ich auch viele Jahre gesagt habe es ist Teil von innerjüdischen Diskursen die stattfinden müssen.
00:17:12: Ich hab das zweite Geburt genannt als etwas was dieses Gespräch dieser inner jüdische Gespräche irgendwie erzeugt.
00:17:24: aber es ist nicht nur das.
00:17:25: es gibt auch diese Sache dass man das Jüdentum nicht verlassen kann.
00:17:29: Weißt du, dann müssen wir halt mit Leuten irgendwie in einer Community sein.
00:17:36: Die die wirklich...die wir für unmöglich halten.
00:17:42: aber es interessiert mich auch besonders in Deutschland wie der Staat unsere dieses Gespräch einschränkt obwohl das ist nicht seinen Business ist.
00:17:56: also ich kann nicht über Jüdische Vielfalt, gerade in Deutschland reden ohne zu erwähnen dass es schon von dem Staat eingeschränkt wird.
00:18:06: Aber ist das ja nicht nur jüdische vielfalt die eingeschrankt wird?
00:18:09: Wir können gucken wie palästinensische Stimmen Repressionen erfahren.
00:18:14: wir können gucken, wieviel an Quiererarbeit gerade Geldkürzungen bekommt und wie ganz viele quiere Menschen eigentlich nicht mehr die Arbeit die sie machen wollen machen können.
00:18:27: Also in ganz viele Bereiche gucken, wo Menschen die nicht weiß Deutsch normiert sind daraus fallen.
00:18:39: Du hast auf jeden Fall recht damit.
00:18:40: aber ich glaube In einem fall von der jüdischen innerdebatte Es ist noch mal was anderes weil es gibt ja diese gaslighting in deutschland.
00:18:53: das ist doch die historische Verantwortung dieses Landes und deshalb es soll darum kümmern, dass das irgendwie geschützt wird.
00:19:03: Und das alles anders als geschützten.
00:19:06: oder wobei wenn man geschützte sagt in Deutschland dann meint man vielleicht nicht die Meinungsvielfalt.
00:19:16: Es geht
00:19:16: um eine bestimmte Vorstellung von Schutz und von Sicherheit.
00:19:22: Und alles, was gesellschaftlich nicht getragen werden kann wird an das Konstrukt Nationalstaat abgegeben.
00:19:30: Alles, was es in Deutschland an Antisemitismen gab, nicht aufgenommen, aufgearbeitet wurde.
00:19:40: Wird einfach abgegeben an... Da soll es ein Staat geben, einen Nationalstaat.
00:19:48: Da soll die Sicherheit von jüdischen Menschen gewährleisten und das finde ich auf eine Art Deutschland von der eigenen Verantwortung.
00:20:00: Wie nennt man das?
00:20:01: dieses wegschubsen.
00:20:03: Wir sind mittendrin, merkst du das?
00:20:05: Wir sind einfach irgendwo eingestiegen, also ob wir schon seit Stunden bei einem Bier irgendwo sitzen und wir tauschen einfach unsere... Das was wir immer wieder reden.
00:20:16: Ist das so interessant,
00:20:18: sollen wir ein Smalltalk
00:20:19: essen?
00:20:19: Nein ich brauche kein Smalltalk aber ich glaube wir brauchen nochmal kurz Schritt raus aus dem Wir picken uns diese Argumente aus und spielen uns diese Bälle zu über das, was uns die ganze Zeit nervt.
00:20:35: Und was uns nicht gefällt.
00:20:37: Okay.
00:20:37: Lass uns mal kurz einen Schritt rausgehen!
00:20:42: Wir könnten nochmal dir zuhören aus dem Buch...
00:20:45: Ich kann es voll
00:20:46: lassen.
00:20:46: ...und dann glaube ich darüber noch einmal einsteigen.
00:20:51: Ja.
00:20:51: Weil jetzt waren wir schon sehr im Detail.
00:20:54: Lasst uns nochmal woanders reinkommen.
00:20:58: Soll ich es lesen dann?
00:20:59: Ja, ob dir Lust.
00:21:01: Danke!
00:21:04: Ich lese aus keinheimisch... Das wird ein ganz langweiliges Buch sagen.
00:21:09: meine Mutter und mein Vater unabhängig voneinander als ich ihnen von diesem Buch erzähle.
00:21:15: Dein Leben war ziemlich normal.
00:21:18: das ist doch der Punkt diese Normalität.
00:21:20: wie kann man ein normales Leben in einem solchen Staat führen?
00:21:23: dass sage ich ihm natürlich nicht.
00:21:26: viel einfacher ist es einen Buch in einer Sprache zu schreiben, die sie nicht lesen.
00:21:32: In Gespräche mit meinen Eltern zu gehen, die ihre und meine Identität infrage stellen.
00:21:37: an diesem Punkt sind wir
00:21:38: nicht.".
00:21:40: Was meine Schreibmethode anbelangt?
00:21:43: Es gibt keiner, keiner der ich mir bewusst wäre!
00:21:47: Es ist eine verwirrte Suche ein Lauf durch den Wald bei dem Ich die Richtung Nicht-Weiß und nur hin und wieder ein paar Bäume wiedererkenne.
00:21:56: Diese Bäume sind Momente aus meiner Kindheit, Erinnerungen an Familienmitglieder.
00:22:01: Es sind Werke der Literatur die meine jüdische Identität geprägt haben von der Bibel und im Talmut bis hin zu zeitgenössischen jüdischen-unisraelischen Schriften.
00:22:11: Einige Bäume stehen für politische Ideen andere für die Wut die ich gegenüber den politischen Ideen von anderen empfand.
00:22:21: Manche Bäume ist jung mit dünn zerbrechlichen Stämen.
00:22:25: Andere sind alt erfahren und nicht so leicht zu brechen.
00:22:30: An manche gehe ich rasch vorbei, bei anderen bleibe ich stehen unverweilen.
00:22:35: Sie alle sind miteinander verbunden in einem verborgenen, wurzelhaften Netz unter der Oberfläche.
00:22:42: Es mag Ihnen liebe Leserinnen und Leser wie ein Bewusstseinsstrom erscheinen doch dieses Bewusstsein sprudelt Verdränglichkeit.
00:22:51: Dann sehe ich weiter hier eine kleine Trigger Warning Also Gewalt und Suizid.
00:23:04: Mein Opa hat sich auf der Hauptnationalstrasse eins, der Autobahn zwischen Tel Aviv und Jerusalem umgebracht.
00:23:12: Gut nicht genau!
00:23:14: Meine Eltern waren gerade auf ihrer Hochzeitsreise in den USA Und in der Nacht so erzählt meine Mutter Wachte mein Vater auf und war unruhig.
00:23:24: Er spürte dass etwas nicht stimmt.
00:23:27: Es stimmte tatsächlich etwas nicht.
00:23:29: Der verschleppte Suizid meines Opers hatte Jahrzehnte zuvor in Warschau begonnen.
00:23:35: Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs marschierte die deutsche Armee in Warshow ein und augenblicklich wurden Razzien in mehreren Wohnungen jüdische Familien durchgeführt, bei diesen Überfällen drangen verschiedenen Deutsche Einheiten in die Wohnungen ein und blündeten alles was ihnen wertvoll erschienen.
00:23:54: Die Männer, die in diesen Einsatzgruppen dienten, taten dies freiwillig.
00:23:59: Aus Überzeugung nämlich!
00:24:01: Mein Opa war damals ein Teenager.
00:24:04: Als er nach Hause kam fand er das Wohnzimmer in der vierten Etage vollständig verwüstet vor.
00:24:10: Deutsche Soldaten warfen Gegenstände aus dem Fenster hinunter in den offenen Laderaum eines Lkw.
00:24:18: Dann hörte einen Schrei Aus dem Fenster.
00:24:21: in der vierten Etage hatten die Soldaten gerade seinen Babybruder in einen Lkw im Hof geworfen.
00:24:27: Seine Mutter schrie, als ihr Sohn ihnen tot fiel.
00:24:31: Der schrei.
00:24:31: seine Mutter verließ Mosche Dreifuss nicht mehr.
00:24:35: Nicht, dass er sich später den Partisanen anschloss und gegen die Deutschen kämpfte.
00:24:40: Nicht nachdem er in Israel da hieß es schon so eingewandert war.
00:24:46: Tag und Nacht hörte er diesen Schrei.
00:24:48: Für einen kurzen Moment verstummte er, als mein Opa mit seinem Auto gegen die Fahrtrichtung auf die Autobahn Nummer eins auf fuhr und sich in den willkommenen Abgrund fallen ließ der sich zwischen ihm und einem frontal auf ihn zukommenden Lkw auftat.
00:25:05: Nach diesem kurzen Sturz war es still so lange bis mein OPA registrierte dass er im Gegensatz zu seinem Bruder den Sturzt überlebt hatte und sich erneut in der Begleitung des Schreis Befand.
00:25:20: Nur war dieser jetzt noch lauter als zuvor, lauter ist die Sirenen des Rettungswagens der meinen Opa in Sadassagrandenhaus in Jerusalem brachte.
00:25:31: Dort war für sich ich weiß nicht in welche Etage aus dem Fenster aber es war hoch genug um diesmal den Schrei nicht länger hören zu müssen.
00:25:41: Ich werde kurz sagen an diese Stelle dass wir hatten... ich hatte ein Gespräch mit der Lektorin, die übrigens im Buch nicht erwähnt werden wollte.
00:25:55: Also sie wollte dass ich anstatt deutsche Armee den Begriff Wehrmacht schreibe und... Ich war so naja aber das war schon eine deutsche Armei.
00:26:04: Und es ging auch in diesem Kapitel über die Kontinuitäten Ja?
00:26:10: Das werde ich gleich noch weiter vorlesen diese Teil Darüber wie das Land eigentlich nicht wirklich entnazifiziert wurde und so viele Ex-Währmacht und sogar SS Leute danach unter anderem auch in den Bundeswehr gegangen sind.
00:26:27: Das war ein bitterer Streit, aber ich ... Mit Erektoren?
00:26:33: Aber es geht nicht um die Vokabel, es geht um das was dahinter steckt.
00:26:37: Es geht um die Wirklichkeiten und die politischen Verstrickungen da drin.
00:26:41: Ja also Sie meinten ja dass gibt's Begriffe dafür.
00:26:45: Es war in Wehrmacht, es war nicht einfach nur die deutsche Armee sondern heute heißt es eine Bundeswehr und es sind zwei verschiedene Sachen.
00:26:53: Und ich habe gesagt Ich nenne beide hier im Buch Deutsche Armée weil das ist mir wichtig Punkt, den ich hier machen möchte.
00:27:04: Das ist das was der Begriff wer macht, Leuten ermöglicht nicht wahr?
00:27:09: Das ermögricht eine Distanz
00:27:12: vor
00:27:12: der...
00:27:14: Ich
00:27:15: versuch das jetzt auszusprechen was der Kern des Streits war.
00:27:19: Jetzt ist
00:27:19: die Distanz da drin vor der Verantwortung.
00:27:22: Ja
00:27:22: ich fand es auch interessant wenn man sagt sind zwei verschiedene Begriffe als ob Es nicht von Menschen entschieden wurde, dass es jetzt zweifel Schiene begriffen werden.
00:27:33: Also diese CUT in nineteenhundert fünfundvierzig, dieser CUT war auch terminologisch kunstlich.
00:27:43: Es wurde entschieden, jetzt wird das Land nicht mehr so heißen, jetzt will die Armei nicht zu heißen und jetzt wird die Polizei auch nicht mehr als vorher so heiße.
00:27:52: Du
00:27:52: kannst das Etikett ändern aber ist noch das gleiche drin?
00:27:56: Genau!
00:27:57: Und das habe ich versucht auch in diesem Text einzubringen.
00:28:03: Siebzig Jahre zuvor, nineteenhundertanundfünfzig war in der noch jungen Bundesrepublik ein Gesetz verabschiedet worden.
00:28:25: Nämlich das Einhundertdreißiger-Gesetz.
00:28:27: Neunzehnhundertneinundvierzig war das Grundgesetz entstanden, dass im Artikel einhundert und dreißig festgelegt hatte, dass die Bundesrepublik für alle ehemaligen Beamten des Deutschen Reiches die Verantwortung zu benennen hatte.
00:28:43: Das einhundreddreissige Gesetz von einhundfünft... ...einhundert... setzte diesen Artikel um.
00:28:49: Es sollte unter anderem die Wiedereingliederung von ehemaligen Angehörigen des öffentlichen Dienstes regeln, Jedenfalls waren damit die Beamtenprivilegien gerettet.
00:29:21: Und zwar auch die derjenigen Beamte, die die Politik des NS-Staats aktiv durchgeführt hatten.
00:29:30: Das alles wusste ich nicht.
00:29:31: Wusste mein Opa davon und fass ja was hat das mit seinem Schrei gemacht?
00:29:36: Ein Jahr später, in two months and a half, wurde das sogenannte Wiedergutmachungsabkommen dessen offizieller Name Luxemburger Abkommen erlaubt hat, zwischen der Bundesrepublik und Israel unterschrieben.
00:29:50: Heute löst die zeitliche Nähe diese beiden Ereignisse des Gesetzes, dessen Kritiker es das Entnazifizierungs-Schlussgesetz nannten und das Wiedergutmachungsabkommen unbehageln in mir
00:30:02: aus.".
00:30:03: Während die Opfer der Nazis sich glücklich schätzen sollten, dank deutsche Unterstützung in Israel zu leben und zwar häufig unter Armutsbedingungen zudem war ihre Arbeitsfähigkeit wegen psychischen oder physischer Erkrankungen schwer beschädigt bekam in Deutschland zahlreiche Täter ordentliche Rente und Arbeitssicherheit.
00:30:24: Als hätte Deutschland fast wissendlich offiziell seine historische Verantwortung verschoben weg von einer Hinwendung zu demokratischen Werten und der Sicherheit aller in der Bundesrepublik lebenden Menschen durch das Versprechen Nazis zum Beispiel nicht wieder als Staatsbeamte einzustellen, hin zu einem Bekenntnis.
00:30:44: Dieses Bekenntnis lautete Nationalstaat Israel.
00:30:48: Als sei das Modell des Nationalstaates die einzige mögliche Existenzform, die einem volkpolitisch zur Verfügung steht.
00:30:56: Ja vielleicht mache ich eine kurze Pause.
00:31:02: Ich glaube die Stelle, die du gerade vorgelesen hast zeigt auch wie das Buch eigentlich geschrieben ist.
00:31:08: Du erzählst immer wieder Geschichten aus deiner Familie und deine Biografie und versuchst es immer wieder in Kontexte zu steinen politischen und historische Kontexten Vielleicht ist das das chaotische, oder?
00:31:26: Die sich eigentlich immer weiter... Wo es sich immer weiter graben lässt und eigentlich immer weiterschauen.
00:31:30: Was gehört da alles noch dazu?
00:31:32: Weil das Netzwerke sind an Gleichzeitigkeiten von politischen Ereignissen Entscheidungen und Ideologien eigentlich.
00:31:42: Zu der Stelle habe ich glaube auch sofort fünf Fragen.
00:31:44: aber ich würde mir den ersten anfangen.
00:31:46: einfach weil die Geschichte von einem Großvater wehtut.
00:31:50: Weil die Geschichte vom Schrei weh tut.
00:31:55: Wie hast du das erfahren?
00:31:56: Wurde denn deine Familie davon gesprochen?
00:31:58: Ich war noch nicht da.
00:32:00: Das war vor meinem Geburt und wir sind auch so eine schweigende Familie, also bei uns diese ganze Generation werdet er nicht.
00:32:12: Weder die Holocaust-Überlebende noch der Opa, der in den Nacken beteiligt war haben alle geschwägen aus verschiedenen Gründen.
00:32:25: Also ich wusste immer, dass mein Opa in einem Unfall gestorben ist und irgendwann hat mir meine Tante gesagt das es eigentlich nicht so war.
00:32:39: Aber ich war schon ziemlich alt oder zu alt um sowas Dramatisches zu erfahren über meine Familie.
00:32:49: Ja, jedenfalls ... Wie
00:32:51: hast du denn dieses Schweigen in der Familie gelöst gebrochen?
00:32:56: Weil jetzt hast du diese Geschichten.
00:32:58: Wie bist du da dran gekommen?
00:32:59: Das ist echt merkwürdig in meiner Familie.
00:33:01: Also man schweigt so ewig lang und dann plötzlich sagt man das so auch übrigens... Man referiert sich darauf und du denkst moment mal hey was ich hatte eine ganz andere Geschichte gehört.
00:33:21: Aber ich schreibe auch in einem ersten Kapitel heute, also jetzt haben die Kapiteln Namen.
00:33:26: aber als ich das geschrieben habe war der was jetzt der erste Kapitel hieß einfach Einführung.
00:33:33: muss man es vielleicht auch als solche lesen über Erinnerungen überhaupt... Also was die Natur von Erinnerung ist Das ist sozusagen so eine Versicherungsabsatz in der Einführung, wo ich schreibe ja alles was ich eigentlich erinnere.
00:33:52: Keine Haftung.
00:33:53: also das ist vielleicht war es nicht so.
00:33:55: Vielleicht
00:33:57: hast du es dir zusammen fantasiert weil du ein Geschichtsbücher an Dinge gelesen hast?
00:34:02: Vielleicht weil dass jemand erzählt hat und du dazu einen Gefühl entwickelt hast?
00:34:08: Ja oder vielleicht Leute übertreiben auch weiß ich nicht.
00:34:12: Erinnerungen müssen nicht an Tatsachen entsprechen.
00:34:15: Ja?
00:34:17: Aber das da, ich schreibe auch in dieser Stelle über die kollektive Erinnerung in Israel.
00:34:23: und wie?
00:34:25: genau weil Erinnering so eine fluide Sache ist und lückenhafte Sache ist hat der Staat eigentlich Zugang zu deiner erinnerung.
00:34:35: Der Stadt fühlt oder erfüllt diese Lücken durch kollektive Erinnerung.
00:34:42: Und das ist bei uns gut, also ich komme aus einer aschkinasischen Familie die Holocaust-Überlebende
00:34:50: usw.,
00:34:51: es ist wirklich so Teil der Erinnerungen meiner Familie.
00:34:54: aber es gibt auch viele in Israel diese Geschichte nicht haben in den Familien und sie lernen Nachkommen von Holocaust-Uberlebenden zu sein Auch wenn sie es nicht sind.
00:35:09: Sie lernen kollektive Geschichte?
00:35:12: Das
00:35:12: ist eine bestimmte jüdische Geschichte, ja also ich habe nicht über die Pogrom in den irakischen Juden gelernt aber irakische Juden in Israel lernen über den Holocaust und das
00:35:28: ist kein Zufall?
00:35:29: Natürlich nicht!
00:35:31: Aber das ist nur ein Beispiel und es gibt auch Gründe dafür.
00:35:37: Was ich da sagen wollte, ist nur über wie erinnerung funktioniert.
00:35:41: Wie die Beziehung zwischen persönlicher Erinnerung und kollektiver oder statt manipulierte kollektive Erinnerungen, wie diese Beziehungen dann aussehen.
00:35:51: Und das ist auch etwas was ein... Nicht nur in Bezug auf Israel zutrifft, das können wir genauso in Deutschland finden.
00:35:59: Genauso eine Erinnerungspolitik die bestimmte Narrative benutzt und bestimmte narrative bedient wo alles andere rausfällt.
00:36:10: Die Geschichten von queeren Menschen, die Geschichten vom Romnions in Tesse, die Geschichte von Menschen die behindert werden Holocaustwanne Gewalt, voller Erfahrung für viele.
00:36:25: Und so wie die offizielle Erinnerungspolitik funktioniert ist sie nicht ausreichend und auch nicht in der Beziehung, die sich Deutschland zu Israel dadurch aufbaut.
00:36:39: aber ich kenne es genauso aus dem post-sovietischen Raum Was Erinnerungspolitik sein soll und was nicht, woran erinnert wird.
00:36:49: Wo wessen gedacht wird welche heroischen Taten eigentlich als Feiertage begangen werden?
00:36:58: Und alles andere sollen nicht Teil der Geschichte sein.
00:37:02: Ich mein zu sagen Erinnerungen ist politisch auch die persönliche Erinnerungs weil die Grenzen zwischen den verschiedenen Erinnern sind Nicht ganz klar, nicht immer ganz klar.
00:37:14: Die einfache Beispiele sind wenn wir mitten entstehen also durch Erinnerung an ein Holocaust oder was natürlich eine israelische mythische Geschichte ist.
00:37:29: heute Wir nennen sogar den Gedenktag einen Holocaust und Heldentum.
00:37:41: Also, weil das ist wirklich ein Mythos.
00:37:44: Eine Identitätsstiftende Mythos.
00:37:48: aber Erinnerung ist auch politisch manchmal in den ganz Kleinigkeiten zum Beispiel als jemand der aus Reifer kommt.
00:38:00: Ich habe viele Kindheitserinnerungen mit Kiefern und als ich nach Deutschland gekommen Ich war ziemlich überrascht, hier Kiefer zu sehen.
00:38:13: Die wachsen auch hier?
00:38:15: Weil ich dachte das ist gar nicht die gleiche Klima.
00:38:18: und was machen sie hier?
00:38:20: Das sind natürlich andersrum.
00:38:22: Wir sind hier einheimisch und dort wurden Sie von den Briten und dann von den Zionisten gebracht.
00:38:29: Es ist eigentlich überhaupt nicht einheimlich dort!
00:38:31: Und es brennt auch hier in Sommer weil die Sommern... Gebiet sind für diesen Baum suboptimal.
00:38:40: Das ist eigentlich auch der Versuch, Einheimigkeit zu definieren und zu finden und zu fassen?
00:38:48: Und die Bäume oder die Natur ist ein Teil davon?
00:38:52: Ja also ja... Die Frage im Zentrum des Buches ist wo bin ich einheimisch?
00:38:57: Im Endeffekt als jüdische Israeli.
00:39:00: Wapen bist du in Berlin gelandet?
00:39:02: Keine Ahnung!
00:39:05: Nein, ich kann es dir erzählen.
00:39:08: Ich bin einfach nach dem... Gut!
00:39:11: Ich habe in Israel ein Militärdienst gemacht.
00:39:16: Ich schreibe auch darüber.
00:39:18: Das war nicht so toll.
00:39:21: Wollte das nicht machen hatte aber wirklich damals ist zwei tausend fünf sechs null Beispiele um mich herum für Menschen die das nicht gemacht haben und Situation von kognitive Dissonanz, wo ich während der Woche da war und dann am Wochenende bin ich zu den Demonstrationen aus Jerusalem gegangen.
00:39:46: Und das waren so kaum zu ertragen.
00:39:48: und danach wollte ich eine Pause von Berlin und bin einfach in Europa gereist und so unofficiell gesucht,
00:39:57: wo
00:39:59: wofür fühle ich mich einheimisch?
00:40:01: Nein aber Es ist nicht, als ob ich in Berlin Wohl fühlte.
00:40:07: Aber wenn man hier nur zwei Wochen ist, dann ist alles super und schön.
00:40:14: Und das hat gereicht?
00:40:17: Das hat gereist um diese Entscheidung zu machen.
00:40:19: Ich habe Entscheidungen sehr schnell gemacht.
00:40:25: Also, ich bin in Leipzig hängen geblieben.
00:40:27: Ich bin in leipzig vor zehn Jahren hängengeblieben weil ich hier durch die Straßen... Es gibt andere Gründe.
00:40:33: es gibt so Gründe wie ich denke drüber Nachgründe aber ich bin hier hängeblieben, weil ich durch die Straße gelaufen bin und es gibt diese postsozialistische Architektur, die ich aus Minsk kenne.
00:40:47: Und ich war so.
00:40:48: ah okay das erkenne.
00:40:50: Ich verstehe, warum diese Straßen so aufgebaut sind.
00:40:54: Ich versteh, warum die Kindergärten und Schulen so aussehen.
00:40:58: Ich versteh, wieso die Leute unfreundlich zu mir sind?
00:41:00: Auf eine überhaupt nicht zu gemeinte
00:41:03: Art... Ist es immer noch so?
00:41:07: Ja!
00:41:07: Also ich weiß nicht ... Es ist weder gut oder schlecht.
00:41:09: Das ist vertraut.
00:41:11: Und das ist ... Weil
00:41:12: die Gerüchte sind, dass Leipzig langsam richtig hipster wird.
00:41:16: Der sind alt.
00:41:18: Aber das ist das, was ich mit diesem Einheimisch- keit verbinde.
00:41:21: Zum Beispiel ein Gefühl von Es muss mir nicht gefallen.
00:41:25: Ich muss es nicht mal gut finden wie es hier politisch aussieht aber ich kann etwas damit anfangen.
00:41:32: Wir können zusammenarbeiten wir verstehen uns.
00:41:35: Ja aber dann verbindest du diese Einheimigkeitsgefühl in Leipzig Mit einem bestimmten Einheimische sein aus Belarus
00:41:46: Was ich dort nicht mal hatte, weil ... Ich bin in Belarus rausgefallen.
00:41:50: So wie ich aussehe.
00:41:53: Aber bist du dort aufgewachsen?
00:41:54: Ich bin dort geboren und aufgewachsen.
00:41:57: Meine Mutter hat mir vorgestern am Telefon gesagt, meine Mutter ist uns weg, ist dann aufgewaxen.
00:42:02: Weil ich ihr erzählt habe, dass ich in Istanbul Urlaub gemacht hab und mich da wohlgefühlt hab, weil ich da so auch sehe, wie die Leute da.
00:42:08: Whatever!
00:42:09: Ähm... Meine Mutter meinte, sie konnte mit Minsk nie was anfangen.
00:42:14: Sie ist da nie angekommen.
00:42:17: Sie hat da studiert und Kinder zu Welt gebraucht.
00:42:21: Sie konnte nie etwas damit anfangen.
00:42:23: Und das ist Teil von meinem in Minsk Zuhause sein oder einheimisch sein Mit einer Mutter die sich dann nicht wohlfühlt weil sie ... Das
00:42:35: spüre ich jetzt jedes Mal, dass meine Tochter zurück von der Kita kommt und ein neues Wort auf Deutsch sagt.
00:42:41: Und ihre Aussprache ist unglaublich viel besser als meins.
00:42:45: Und sie ist drei!
00:42:48: Aber ich denke mir... Sie wird jetzt Berlinerin oder Deutsche?
00:42:54: Ich habe ein deutsches Kind.
00:42:56: Ja.
00:42:57: Ich fühle mich nicht so wohl in Deutschland aber sie wächst hier auf.
00:43:04: Aber worauf ich hin wollte, ist sagen jeder verortet dieses Einheimigsein irgendwo in der Kindheit, in Erinnerungen, in den Natur, keine Ahnung.
00:43:15: In der Architektur des Staates und so weiter.
00:43:19: Und bei mir war das so, dass sobald ich angefangen habe Fragen zu stellen bezüglich Bezüglich Israel, bezüglich des Ortes wo ich diese Erinnerungen, diese Nostalgie, diese Natur, diese Architektur kenne und dort einheimisch fühle ist alles auf einmal weggenommen von mir durch die Antworten.
00:43:50: Als ob Unwissen war das was was mir erlaubt hatte, in diesem Ort einheimisch zu sein.
00:43:59: Und sobald ich dieses Unwissen durch Wissen verloren habe... ...hab' ich auch mein Einheimichsein verloren und deshalb heißt das Buch auch keinheimisch.
00:44:08: Also plötzlich herauszufinden dass die Kiefern zu diesem Theater eigentlich gehören.
00:44:17: Dass mir meinen.
00:44:21: Opa hat diese Stadt im Norden Israels nicht wirklich befreit, sondern dort ethnisch gesäubert.
00:44:31: Und dieser Opa gehört zu ganz vielen Erinnerungen aus meiner Kindheit.
00:44:34: Ich war ziemlich nahe und also nicht der, der hier aus der Stelle, die ich gelesen habe als der andere.
00:44:42: Die Sprache, die spreche, die immer noch spreche mit meiner Familie... ist Teil dieses Theater, es ist Teil des politischen Projekts mit dem ich nicht unbedingt einverstanden bin.
00:44:56: Aber das ist immer noch meine Sprache.
00:44:58: und also das Buch ist so geschrieben, ist so hektisch und chaotisch in Anführungszeichen geschrieben weil es eigentlich eine Performance von Nervenzusammenbruch.
00:45:13: Ja, stress laughter.
00:45:16: Genau!
00:45:16: Das kenne ich.
00:45:18: Es gibt auch eine Stelle im Buch, wo du schreibst, sag ob ich dich falsch zitiere.
00:45:23: Es gibt diese Liebe von dir zu diesem Ort und diese Liebe gefällt dir nicht.
00:45:29: Ja also ich liebe den Ort, ich liebe die Menschen und ich hasse dieser Liebe weil ich wünsche mir dass es so einfach wäre zu sagen po... Ihr jetzt in meinem Namen macht, ist unerträglich und ich löse mich gerade von diesem Ort ab.
00:45:49: Aber so einfach ist es nicht?
00:45:51: Ja.
00:45:52: Das ist auch etwas was sich aus deinem Buch gelernt habe das jüdische Menschen die Israel verlassen wie dieser Teuerinnen, diese Teure.
00:46:03: Aber das passiert... das war mir wichtig einige Punkte im Buch auch reinzuschreiben Über die Militarisierung der israelischen Gesellschaft oder der Militarismus.
00:46:15: Das ist nicht mehr ein Prozess von Militarisierungen, das ist schon militaristisch durch und durch.
00:46:20: Und es war mir wichtig weil ich diesen Prozess jetzt in Deutschland sehe und ich bin mir nicht sicher dass es gesellschaftlich breit verstanden wird was die Konsequenzen von sowas sind bzw Auch viele, die dagegen sind sagen zum Beispiel ich werde meinen Kind nicht zur Bundeswehr schicken.
00:46:46: So und ich glaube man muss verstehen dass es hat riesige Einfluss auf allen in der Gesellschaft egal ob sie ihnen Bundeswehr dienen oder nicht.
00:46:58: Es bringt eine krasse Welle von Sexismus in der gesellschaft.
00:47:04: die Gesellschaft jetzt in Deutschland nicht sexistisch ist, aber das ist wirklich ein anderes Niveau.
00:47:13: Es bringt mit sich eine bestimmte Verständlich von Männlichkeit, die sehr eingeschränkt ist.
00:47:22: Eine Sache was es mitbringt oder was es in Israel verursacht hatte ist dass alle gesehen werden erst mal als Soldaten potenzielle Soldaten oder sogar Erzeugerinnen von Soldaten.
00:47:39: So, das ist eine gesellschaftliche Rolle die einfach da ist und deshalb wenn jemand sich entscheidet ja ich werde jetzt woanders leben dann wird man ein bisschen wie ein Dessertör gesehen.
00:47:59: Ich empfehle euch an natürlich das Buch Kein Heimisch von Thomas selbst zu lesen Aber wenn nicht, hören wir jetzt gemeinsam in eine andere Stelle aus dem Buch rein.
00:48:09: Wo Turmer von seinem anderen Großvater erzählt – der Menigen, der auch schon im Gespräch erwähnt wurde, denjenigen, der an der nackbarer und ethnischen Säuberung und Zerstörung von palästinensischen Dörfern und Leben beteiligt war.
00:48:25: Diese Stelle ist gekürzt gegenüber dem was es live zu hören war.
00:48:30: das wollte ich noch dazu sagen.
00:48:32: Als ich ein Kind war, vielleicht fünf Jahre alt oder sechs, sieben, vielleicht zehn, musste sich mein Opa Immanuel eine Operation unterziehen.
00:48:41: Er liebte mich und ich liebta ihn.
00:48:43: Zu meinem Geburtstag schenkte er mir Philosophie – genauer gesagt philosophische Essays nicht in Buchform sondern Texte die im Laufe des Jahres in verschiedenen Zeitungen erschienen waren.
00:48:57: Er hatte sie ausgeschnitten und in eine kleine Kiste gelegt, indem er sie mir Ende Juni zu meinem Geburtstag überreichte.
00:49:08: Sie war nicht tiefschürfend sondern eher freitunistisch.
00:49:12: Keine Kritik der Rhein für Nunft!
00:49:15: Das war auch gut so.
00:49:17: Denn dadurch konnten wir sie tatsächlich diskutieren.
00:49:22: Er lebte mit seiner zweiten Frau in der Jaukonstraße in Haifa – nicht weit von uns.
00:49:27: Von seiner ersten Frau hatte er sich scheiden lassen.
00:49:31: Sie war eine Holocaust-Ubelebende, die von den Nazis eine bipolare Störung geschenkt bekommen hatte, die ihre Ehe nach vielen Jahren schließlich unmöglich machte.
00:49:41: Nun wohnte er mit seine zweiten Frau in einem großen Haus namener Bibliothek und da hatten sie einen Garten der mir riesig erschien und vielleicht auch riesig aber ich war auch relativ klein.
00:49:55: Der Garten war von Blumen gesäumt und bestand aus einer Unmenge von Bäumen.
00:50:00: Bäume eine einzigen Art, Zitronen.
00:50:03: Zitroinen zu flücken und von Boden zu sammeln ist eines meiner intensivsten Kindheitserinnerungen.
00:50:21: Alles in diesem Haus, in diesem Garten sogar die Menschen er und seine Frau ihre Körper meine ich.
00:50:27: Ihre Gesichter, ihre Worte, ihre Klamotten alles hatte den Duft von Zitronen denn man schon von der Straße aus riechen konnte.
00:50:36: oft hatten wir einfach so eine Zitrone in der Hand.
00:50:39: Wir spielten Ranten redeten im Wohnzimmer und plötzlich bemerkte ich dass sich eine Zithrone in meiner Hand hielt und wer weiß wie lange schon ohne drauf zu achten Und mein Opa sollte sich eine Operation unterziehen.
00:50:52: Am Herzen, denn neben seinem Herzen rute seit ungefähr fünf Jahrzehnten eine Kugel.
00:50:58: Wir sprechen auch über Israel und Palästina.
00:51:02: wir sprechen auch diesen Ort dieses Land Palästeiner und den Staat Israel und deswegen macht es auch Sinn über andere Orte zu sprechen die Orte von Utopien sein könnten und zu Distupien geworden sind.
00:51:19: Deswegen sprechen wir auch über Birobidjan als Ort oder für mehr, auch als Buch.
00:51:25: Das erste Roman von Tomer der Erschin ist beim Verlag Wolland & Quist.
00:51:31: Erschinen war vor ein paar Jahren.
00:51:34: beabsichtigten oder vielleicht eher unbeabsichtigte und unbewussten Parallelen erforschen, die es zwischen diesen Orten- und Nichtortenutopien und Dystopien gibt.
00:51:47: Was haben eigentlich die Narrative?
00:51:52: Und die kollektive Identitätsbildung für eine Macht da drin?
00:51:58: Und damit... und was hat das alles miteinander zu tun?
00:52:01: deswegen?
00:52:01: Und warum ist Birobidjan wichtig an dieser Stelle?
00:52:08: Weißt du, als ich Birobidjan gelesen habe?
00:52:10: Ich hab's zweimal gelesen.
00:52:12: Das erste Mal bin ich überhaupt nicht reingekommen, weil ich gedacht hab ... ähm, ich check den Ort nicht.
00:52:20: Das ist das was ich vorhin.
00:52:21: Was checkst
00:52:21: du denn dort?
00:52:22: Ich war da noch nicht aber ich war arrogant genug aus den Berichten die ich im Fernsehen oder im Internet gesehen hab mir einzubilden dass ich eine Idee hab für wie es da sein könnte.
00:52:33: oder aus dem was ich gelesen hab und auch aus dem aus meiner post-sovietischen Kindheit dachte ich, da stimmt irgendwas nicht.
00:52:47: Das kann kein echter Ort sein!
00:52:50: Was passiert?
00:52:56: Ich konnte mit dieser Reibung nicht umgehen.
00:52:58: Ich habe die ganze Zeit versucht beim Lesen das zu verorten.
00:53:02: Kein Heimisch ist sehr greifbar.
00:53:10: Nein, es ist nicht so magisch realistisch.
00:53:14: Aber das gesagt... Jetzt Israel-Palestiner politisch gedacht, als ich es geschrieben habe.
00:53:25: Es wurde nach dem siebten Oktober auch hyperpolitisiert.
00:53:29: wo eine Seite ... seite!
00:53:32: Ich werde von beiden Seiten... In diesem Fall kann man davon sprechen Wo einer Seite das Buch als zionistisch gelesen hat, weil das ist eine Allegorie für Israel und der andere Seite hat dieses Buch als anti-zionistische gesehen.
00:53:48: Weil es so eine Alternative für Israel ist.
00:53:51: Und ich hatte ehrlich gesagt werde noch im Kopf aber Israel kommt überhaupt nicht vor in einem Buch!
00:53:56: Das ist vielleicht auch ein radikaler Akt in Deutschland zu sagen Ja... Ich bin jüdisch und schreibe nicht über Israel und das ist mir egal.
00:54:06: So, ich nehme keinen Bezug auf diesem Staat.
00:54:12: Und trotzdem ist das was da drin stattfindet ein erdachter Ort wo jüdische Menschen einen Paradies finden sollen?
00:54:22: Ja wie magisch ist das denn?
00:54:25: und also ich glaube ich bin mir aber inzwischen auch nicht sicher dass es nicht eine Allegorie In dem Sinne, dass Israel ist auch kein echter Ort.
00:54:45: Das sage ich jetzt nachdem ich kein Haar mich geschrieben habe und so viele Sachen geforscht und untersucht habe und alles scheint mir wie ein Performance zu sein.
00:55:00: Gut das ist aber auch eine Frage über... Echtheit, also was heißt ein echter Ort?
00:55:06: Aber es ist alles manipuliert.
00:55:14: Alles was wir in der Schule gelernt haben stimmt entweder nicht oder zum Teil nur der Teil dem politischen Projekt dient.
00:55:29: Andere Teile haben wir nicht gelernt.
00:55:31: Also es ist wie auf einmal herauszufinden, dass alles was man als die eigene Identität denkt eigentlich komplett manipuliert ist.
00:55:45: und deshalb sage ich das sehe ich jetzt als ein Nicht-Ort.
00:55:52: Kein echter Ort.
00:55:54: Und in dem Sinne vielleicht in meinem Unterbewusst war Birobidjan doch eine Allegorie Genau.
00:56:03: Das macht ja das Buch eigentlich aus, es gibt diese Andeutung an einen echten Ort der real existiert, der so heißt, den ganz anderer ist.
00:56:13: und ich glaube wenn du mit...
00:56:15: Ja ich hatte auch sogar in Lesungen Leute die einfach aufgestanden sind und ganz angepisst weggegangen sind und gesagt haben so war das überhaupt nicht im Büro Bijan Und ich wollte natürlich keinen verletzen.
00:56:30: Deshalb habe ich auch nicht historische Roman geschrieben, sondern Roman.
00:56:34: Und es ist alles fiktional und ausgedacht außer dem Namen von dem Ort und dem Bild auf dem Cover das aus einem echten Birobijan kommt.
00:56:47: Was da drin passiert, dockt eigentlich auch an was du ganz am Anfang dieses Gesprächs gesagt hast?
00:56:55: Die Judischkeit ist quasi als Überschrift da!
00:56:58: Ja...
00:57:00: Wie die Einzelnen das für sich definieren, ist deren Suche und deren Prozess, die im Buch auch nach und nach rauskommen?
00:57:08: Würde ich behaupten... Ja
00:57:10: nicht für alle Figuren da.
00:57:12: Also für manche Figuren ist es wichtig.
00:57:15: Für andere spielt das eigentlich keine Rolle.
00:57:17: Das ist auch Teil dieser Vielfalt im Endeffekt.
00:57:22: Aber genau deswegen ist das als Allegorie so eine Einladung überhaupt da!
00:57:27: Es gibt diesen Ort und eine Definition dazu.
00:57:30: Das ist ein Ort, wo jüdische Menschen sich zu Hause und wohl und wie im Paradies fühlen sollen.
00:57:36: Und das entwickelt sich aber anders.
00:57:39: Die haben Fragen, die haben Zweifel, die können mit Gott was anfangen oder nicht?
00:57:45: Die können miteinander etwas anfangen or nicht?
00:57:47: Ja weißt du der einzige sehr... Schlechte Rezension, die ich für Birobidjan bekommen habe war in der jüdischen Allgemeine.
00:57:56: Und sie ... ihre Problem war das ich einen jüdische Ort beschrieben habe ohne Antisemitismus.
00:58:04: Also eine der Probleme war das.
00:58:06: Das Antisemitism spielt keine Rolle es kommt nicht vor im Buch und ich dachte, dass ist doch gut?
00:58:14: Dort Fragezeichen aber anscheinend nicht oder nicht, es ist nicht realistisch Okay.
00:58:22: Wir haben uns so daran gewöhnt, uns an Hand von Antisemitismus zu definieren dass wir es nicht mehr anders können?
00:58:32: So verstehe ich diese Kritik.
00:58:34: also ich meine kannst auch eine Person nicht sagen du sollst dich nicht definieren nach so und so.
00:58:43: aber wenn das die einzige Art sich zu definiern dann ich glaube dass wir etwas verlieren auf den Weg.
00:58:53: Aber irgendwo ist es da und ich kann mich entscheiden ob ich das sehen will, mich damit auseinandersetzen
00:58:58: will oder
00:58:59: nicht?
00:58:59: Ich habe das Gefühl gerade dass in der jüdischen Welt in Deutschland das Thema Antisemitismus ersetzt auch langsam wirklich alles anderes.
00:59:14: also die nicht-jüdische Antisemitism beauftragte.
00:59:20: Die werden gesehen als jüdischer, als Leute wie ich.
00:59:27: Sie gehören mehr zu der jüdischen Gemeinde als ich und weil wir leben auch in einem Land wo Antisemitismus sehr schon ziemlich verwässert und auch sehr manipuliert und politisiert ist.
00:59:44: es verhindert uns jüdische Menschen in Deutschland uns auf irgendeine andere Art und Weise zu definieren.
00:59:55: Also dass es ständig da ist, ja... Und das kommt auch vom Staat also die Antisemitismusbeauftragte, die das zum zentralsten Thema überhaupt in einem jüdischen Leben in Deutschland machen.
01:00:10: Die sind Staatsbeamter im Endeffekt!
01:00:16: Ich wünsche mir, doch ohne Antisemitismus klein zu reden, dass wir auch andere Möglichkeiten finden uns zu definieren oder zu verstehen.
01:00:33: Eines der vielen Probleme an den Antisemitism-Debatten in Deutschland ist das Deutschland jüdische Menschen als Opfer braucht für sich und die eigene Erinnerungspolitik aber auch in Bezug darauf was in Palästina passiert.
01:00:48: Das eigentlich ist jetzt auch nicht so schön spruchreif von mir, aber ich glaube das verhindert auch dass jüdische Menschen sich als TäterInnen zu sehen lernen.
01:01:00: Und ich glaube es verhinderte auch eine Verantwortung übernommen wird weil ganz viele Muster die es in der deutschen Erinnerungspolitik in Bezug auf den Holocaust im zweiten Weltkrieg gibt ganz viele von diesen Mustern der Erinnerungspolitik Gibt es auch in Israel.
01:01:19: ein Bezug auf Nackte, einen Umgang von jüdischen Israelis zu palästinensischen Menschen?
01:01:27: Für jüdische Menschen wäre es wichtig.
01:01:29: Aber auch für Deutschland wäre es total wichtig einfach anzuerkennen.
01:01:33: Jüdinnen können gewaltvoll sein!
01:01:37: jüdische menschen zu verstehen als menschen.
01:01:39: im endeffekt und das passiert noch nicht ganz
01:01:44: genau dass es doch der antisemitismus da drin nicht.
01:01:48: ja.
01:01:49: also ich glaube
01:01:50: einer von den vielen antisemitismen die es gibt aber
01:01:54: ja es gibt diese spruch von robert neumann des Philosemiten sind Anti-Semitien, die die Juden leben.
01:02:02: Die Instrumentalisierung ist da.
01:02:04: Jüdische Menschen als nicht wirklich Menschen zu sehen, ist da sondern etwas.
01:02:09: und weißt du?
01:02:10: ich habe einmal habe ich jemand getroffen in Deutschland der war nicht deutsch aber und kam glaube ich aus China.
01:02:22: Und er hat mich gefragt ob wir So in der Familie, die nächste Generation irgendwie beibringen wie man verschiedene Geldscheine nach Geruch erkennen kann.
01:02:42: Und ich... Was?
01:02:44: Ja und dann ist es so hochantisemitisch.
01:02:46: er hatte keine Ahnung.
01:02:47: Ich habe ihm gesagt bitte fragt das nie wieder kein Mensch.
01:02:51: und nein Er meinte es durchaus positiv.
01:02:58: Ja, also Juden sind gut mit Geld.
01:03:03: Das ist doch etwas Positives!
01:03:05: Also es gibt... das ist ein Extrembeispiel aber auf einem ganz milde Ebene.
01:03:19: Es gibt schon eine Art jüdische Menschen als exceptional zu sehen.
01:03:27: Ein Teil davon ist, dass wir nicht... Wir sind nicht Fähigtäter zu sein.
01:03:32: So, angeblich.
01:03:35: Angeblich?
01:03:35: Ja,
01:03:36: klar!
01:03:38: Und deswegen ist
01:03:39: der
01:03:41: Militärkult die ganze Militarisierung der Gesellschaft, die es gibt in Israel ...
01:03:47: Ist nur für Verteidigung natürlich.
01:03:51: Und deswegen sind auch die ganzen Videos, das ist der Genozid den Palästiner, der eigentlich schon alt ist.
01:03:58: Den wir jetzt die ganze Zeit mitverfolgen können.
01:04:02: Der wird nicht nur von palästinensischen Menschen dokumentiert, er wird auch von israelischen Soldaten dokumentiert in all der Gewalt und
01:04:09: trotzdem wird es immer noch als Selbstverteidigung hergestellt.
01:04:15: Wir sind zwei Jahre drin.
01:04:21: Es gibt auch natürlich so viele Stimmen in Deutschland, die sagen ja es ist schrecklich wie viele Leute in Gaza ermordet wurden und wie viele Kinder usw.
01:04:32: aber das ist die Schuld von der Hamas Und das stimmt zu Teil gut.
01:04:39: Aber ich will jetzt nicht Ich glaube nicht dass man Israel die Schulter für absprechen.
01:04:52: Es kommt aus einer Position, dass Israel einfach nie nicht fähig ist dafür verantwortlich.
01:04:59: Es kann nicht sein, dass es Israel dafür verantwortlich ist weil das ist doch schlimm!
01:05:07: Genau.
01:05:07: und dann sind wir wieder bei den Wirklichkeiten die es gibt und den beiden Narrativen die es dazu gibt bei dem, was sprechbar ist.
01:05:16: Sprechbar in Deutschland, sprechba in Israel ... Bei dem, das wurden fast dreihundert palästinensische Journalistinnen mittlerweile umgebracht.
01:05:26: Also ich glaub diejenigen, die diese Wirklichkeiten zeigen und darüber sprechen und diese Bilder und das Wissenteilen werden gezielt getötet auch?
01:05:38: Ja deshalb haben wir auch seit gestern Nacht wurde auch diese sogenannten Waffenstilstand, die nicht wirklich war nochmal gebrochen und ich merke den Untisch.
01:05:52: Also ich sehe weniger Inhalt auf Social Media weil es gibt oder die gleiche Videos.
01:06:01: Es gibt keine Diversität Weil die Leute die das dokumentiert haben sind einfach tot.
01:06:08: Die Vorstellungen, die es in Deutschland gibt zum Beispiel darüber was ist an Antisemitismus geben soll oder darf sind ganz weit weg von der Wirklichkeit und dafür werden einfach Rassismen Genozide in Kauf genommen um den eigenen Status aufrecht
01:06:31: zu erhalten.
01:06:32: Ja ich glaube wir müssen auch sehen dass sehr oft wird ein ... ein Zirkelschluss benutzt, wenn man von Antisemitismus in Deutschland spricht.
01:06:42: Nämlich der einzige... In vielen Fällen der einzige Beweis dafür dass es gibt und es gibt.
01:06:49: ich sage jetzt im Voraus.
01:06:50: Ich sage nicht das es Antisemitismus nicht gibt.
01:06:54: Bei vielen Fellen der einzige beweis dafür ist, dass jüdische Menschen füllen sich bedroht und unwohl in den Unikampus oder in einem bestimmten Bezirk usw.
01:07:06: Und man kann Zwar keine konkrete Beispiele nennen, aber jüdische Menschen haben Angst und deshalb reicht es.
01:07:13: Und das sind zirkelschluss, weil jüdischen Menschen haben ein Angst.
01:07:17: Es heißt, dass es Antisemitismus geben musste... ...und das heisst, dass jüdliche Menschen Angst haben sollen.
01:07:22: Das ist ein Zirkel!
01:07:23: Ich sage nicht, dass da keine konkreten Beispielen ergeben.
01:07:27: Aber die Diskussion ist an diesem Punkt so faul, dass man überhaupt nicht das Bedürfnis hat irgendeine andere Beispiel zu nennen für einen antisemitischen Vorfall.
01:07:40: Das braucht man überhaupt nicht, das genug zu sagen dass philische Menschen haben Angst.
01:07:44: und ich will sagen Nicht nur dass es jetzt auf der argumentative Ebene nicht genug ist sondern auch Philische menschen selbst.
01:07:55: ja wenn man das wirklich ernst nehmen will dann Dann reicht es auch nicht aus weil wenn mir ein Freund sagt Ich habe Angst vor etwas, dann oder vor jemand.
01:08:10: Dann meine erste Frage wäre wieso?
01:08:12: Warum?
01:08:14: Was hat er dir angetan?
01:08:15: Was hast du erlebt?
01:08:17: so das war meine erste frage und ich glaube wenn man diese frage nicht stellt dann nimmt mein antisemitismus nicht ernst.
01:08:27: ja wenn das genügt dass das leute angst haben um die Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit einzuschränken.
01:08:36: Und verschiedene kulturelle Institutionen zu entfinanzieren usw.
01:08:43: Dann nimmt man Antisemitismus nicht ernst, sondern instrumentalisiert den Kampf dagegen um die eigene Politik zu machen.
01:08:52: Aber es wird auch beigebracht Angst zu haben.
01:08:57: Mir wurde bis beigebracht Angst zu haben.
01:09:05: Ich soll nicht sagen, dass ich jüdisch bin weil es könnte was passieren.
01:09:09: die Angst wird als Angst zelebriert.
01:09:12: Es braucht die Angst vor der Angst vor Antisemitismus damit der Antisemitismus wiederum aufrechterhalten wird.
01:09:20: Und ich glaube, das ist der Zerkelschluss da drin und ich glaub genau... Also
01:09:25: ich muss sagen, ich hab auch Angst manchmal.
01:09:27: Ich habe auch Angst aber vor anderen Dingen als das was mir eingeredet wird, wovor ich Angst haben soll!
01:09:32: Ja also ich hab' auch Angst in manchen Teilen von Berlin wo relativ viele Neonazis sind.
01:09:41: Aber ich hab nicht Angst vor etwas weil weil die Bild-Zeitung mir gesagt hat, dass ich davor Angst haben soll.
01:09:49: Und es ist inzwischen nicht nur die Bildzeitung sondern wirklich fast alle große Zeitungen in Deutschland zweimal eine Woche irgendein Artikel, irgendeinen Text darüber das wir Angst haben sollen.
01:10:03: dann natürlich hat man Angst aber wovor kann man wirklich kaum sagen?
01:10:10: Es wurde jetzt Wo war das in Wuppertal, glaube ich?
01:10:23: Eine Gruppe von jungen Männern gefest genommen die viele Waffen zu Hause hatten und die hatten auch diese Keller.
01:10:33: Ich weiß nicht ob du das gesehen hast.
01:10:36: Ein Keller volles Vastikas- und Nazi-Symbolik Und ein Richter hat sich entschieden... Das ist nicht genug, um zu sagen...
01:10:47: ...dass da rechtsextremistische
01:10:48: Motiven gibt.
01:10:50: Aber wenn ein linke jüdischer Mensch mit einem Free Palestine T-Shirt rumläuft dann ist es Antisemitismus.
01:10:57: Es ist alles total verdreht und das ist nicht nur dass wir beigebracht werden vor der Palästinafane oder Kaffeeerangst zu haben.
01:11:08: Wir werden auch beigebracht langsam vor rechten Antisemitismus keine Angst zu haben, weil es wird auch langsam normalisiert.
01:11:16: Und ich frage mich wie kommen wir da raus?
01:11:19: Also ich fraGE mich wie Kommen wir daraus, weil wir Deutschland
01:11:22: abschaffen.
01:11:28: Darf man das sagen?
01:11:29: Klar hast du!
01:11:30: Wir
01:11:31: sind nicht nur on air.
01:11:34: Aber da hätte ich eine Liste von all dem was ich abschafen will.
01:11:37: Ich hatte ne richtig lange Liste.
01:11:39: Ja
01:11:39: gut ... das Konzept des Nationalstaats abschaffen.
01:11:44: Also ich glaube wirklich, ich schreibe das... Das ist auch... Das Buch fängt ziemlich persönlich an aber dann am Ende es ist fast rein politische Essay und wirklich gegen den Nationalstaat generell oder gegen den nationalstaat als Lösung für Problemen die durch der Nationalstaate entstanden sind.
01:12:09: Naja Ja, also das wäre meine Lösung.
01:12:13: Wie kommen wir daraus solange wir doch in einem deutschen Nationalstaat leben?
01:12:19: Tja... Community-Bilding wahrscheinlich ist die beste Möglichkeit at the moment!
01:12:28: Ich glaube auch, weil wenn ich ein Konstrukt ablehne kann ich das Konstrukt kritisieren.
01:12:32: Aber es gibt ja ganz schön viele Menschen die das mittragen.
01:12:35: Es ist auch das was du vorhin schon erzählt hast und was du im Buch auch erzählst.
01:12:40: Das gibt eine Gesellschaft, die das mitträgt.
01:12:47: Alle Menschen in Deutschland sind dafür verantwortlich auf der Art dass es AfD gibt
01:12:53: Also nicht nur die AfD, sondern auch die AfD-Politik.
01:12:56: Wenn alle andere Parteien bis auf die Linke vielleicht die Politik der AfD vertreten in bestimmten Sachen dann ist es auch egal ob da ein Brandmauer gibt oder nicht.
01:13:10: also dass das bevor man entschieden hat den Brandmauern durchzubrechen hat man die Brandmauer einfach für irrelevant erklärt.
01:13:22: Also das ist nur ein Beispiel, aber das ist generell.
01:13:26: manchmal überlegen wir ich und meine Partnerin und so wo wollen wir denn hin wenn Deutschland komplett faschistisch wird weil wir uns noch denken dass es nicht noch nicht der Fall ist?
01:13:42: nein es kann natürlich noch viel faszistischer sein.
01:13:46: Und was machen wir dann?
01:13:47: Also am Anfang habe ich gesagt, naja vielleicht Italien und so Faschismus mit gutem Essen ist doch was anderes.
01:13:56: Und sie sagte ja aber da gibt es auch eine faschistische Regierung.
01:14:01: Ich denke okay aber da... Es gibt in anderen Ländern nicht in allen.
01:14:07: Es gibt auch vielen Ländern die genauso wie Deutschland sind Aber es gibt in den anderen Ländern Nicht diese Gleichschaltung wo sobald der Staat faschistisch ist, denn es ist als ob wirklich alle im Bundestag gehen damit mit der Staatsrison zum Beispiel ohne einmal da anzuzweifeln und zu sagen Moment.
01:14:29: Ist die Staatsraison nicht eigentlich eine autoritäre Sache?
01:14:32: oder in den Medien?
01:14:33: Nicht nur im Bundestags, in den Redaktionen, in dem Journalismus, das Journalistenverband sogar also alles schalten sich Gleich.
01:14:45: Und das passiert vielleicht nicht in anderen Ländern, weiß ich nicht.
01:14:51: Vielleicht auch schon?
01:14:54: Ich glaube, ich befürchte schon, weil ich glaube wirklich dass vieles von dem was auf dieser politischen sichtbaren Ebene passiert eigentlich mitgetragen wird und eigentlich auch Traditionen hat.
01:15:12: Und ich glaube, auch in Italien gibt es leider ganz viele Traditionen.
01:15:15: Natürlich!
01:15:16: Aber es gibt doch eine Antifa-Tradition im Italien und hier gibt's Antifa aber die sind pro Israel.
01:15:25: Naja nicht alle, nicht alle.
01:15:27: Ich weiß
01:15:29: Was machen wir denn?
01:15:31: Keine Ahnung Es ist kein Self-Help Podcast.
01:15:35: Nee, überhaupt nicht!
01:15:37: Das ist eher eine Depressionsgespräch.
01:15:39: Immer mehr?
01:15:41: Gut vielleicht...
01:15:43: Ich glaube ich würde euch Danke sagen jetzt dass ihr dieses Gespräch mitgemacht habt.
01:15:50: es gibt noch Themen und Fragen wo wir tiefer reingehen könnten.
01:15:54: ich glaube wir waren jetzt überall immer wieder unterschiedlich drin.
01:16:02: Danke euch fürs Dasein, fürs Zuhören.
01:16:06: Das war's!
01:16:08: Danke.
01:16:15: Vielen Dank für das Zuhören.
01:16:17: Vielen dank.
01:16:18: es gibt leider und natürlich noch mehr zu sprechen, zu fragen, zu hinterfragen aber an dieser Stelle machen wir erst mal nach einer Pause zum Nachdenken und Verdauen und weitermachen.
01:16:32: deswegen danke vielmals.
01:16:35: List Bücher hört Podcasts, nehmt palästinensische Geschichten und Stimmen ernst.
01:16:43: Nehmt jüdische Stimmen die nicht nationalstaatlich, die nicht zionistisch sind auch ernst.
01:16:51: Danke!